Badeschale-ja oder nein?

Hmm….Soll man seinen Schnecken nun eine Badeschale anbieten oder nicht?
Nun, es gibt Argumente für, aber auch gegen die Badeschale.

Vorteile einer Badeschale
-Luftfeuchte wird verbessert
-Schnecken können ihren Flüssigkeishaushalt selbstständig regulieren
– eine Badeschale ist natürlich, in der Natur gibt es z.B. Pfützen

Nachteile einer Badeschale
-Kann zur Keimschleuder werden
-Um obiges zu verhindern, muss das Wasser täglich gewechselt werden
-Ganz Junge Schnecken (unter 3cm groß) könnten darin ertrinken

Also, wenn ihr mich fragt, überwiegen die positiven Aspekte deutlich.
Meine Schnecken haben deshalb stets eine Badeschale mit frischem Wasser zur freien Verfügung. 🙂

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Aufzucht von A.fulica

Wenn man sich entschließt, Schneckenbabys aufzuziehen, fragt man sich häufig: Wie Sorge ich jetzt dafür, dass alles glatt geht und ich eine erfolgreiche Nachzucht zu verzeichnen habe?
Nun, die Aufzucht von Schnecken gestaltet sich eigentlich relativ einfach.:-)
Zuerst einmal sucht man sich aus einem Gelege die gewünschte Anzahl an Eiern heraus. Dabei nimmt man natürlich große, wohlgeformte Eier.
Diese legt man dann in eine Heimchenbox und bedeckt sie komplett mit Erde. In die Box legt man noch ein Stück Sepia-und dann kommt der schwierigste Teil: Warten!
Ca. 7-14 Tage braucht es, bis die Jungtiere schlüpfen, danach bleiben sie noch mal einige Tage unter der Erdoberfläche, um ihre Eierschalen zu verspeisen. Sobald man sie an der Oberfläche sieht, kann man direkt Futter (bei mir äußert beliebt ist Salat und Karottenraspel) reinlegen.
Die ersten Tage fressen sie oft recht wenig, danach geht es aber richtig los.:-)
Nach etwa 25 Tagen wurden meine Babys für die Heimchenbox zu groß, daher sind sie in eine Eisbox (Langnes* ) umgezogen .
Sobald die Babys etwa 2,5cm groß sind, kommen sie in ein kleines Terrarium ( ich werde ein 30x20x20 Becken verwenden), das genauso eingerichtet ist wie das Elternbecken-nur eine Nummer kleiner :-).
Sobald die Babys etwa vier Zentimeter groß sind, kann man sie ins Elternbecken setzten.
Natürlich kann man sie auch direkt im Elternbecken schlüpfen lassen-allerdings würde ich das nicht empfehlen, denn die Babys sind zu Anfang keine 5mm groß, da findet man sie in einem normalen Terra ja nie im Leben wieder, und entsorgt sie womöglich mit Einrichtung oder Futter.
Außerdem ist die Badeschale ein Risiko für so kleine Schnecken-sie können darin ertrinken!

Die Trockenruhe von Achatschnecken

In der Heimat der Achatschnecken ist der Winter nicht wie bei uns kalt, sondern je nach Herkunft der einzelnen Arten unterschiedlich heiß und trocken.
Als Anpassung an diese für Schnecken untauglichen Lebensbedingungen haben Schnecken eine Strategie entwickelt, um sich vor Hitze und Austrocknung zu schützen: die Trockenruhe.
Bei sogut wie allen Arten fällt die Zeit der Trockenruhe auf unseren Winter.

Was machen Achatschnecken während der Trockenruhe?

Von Art zu Art, aber auch von Schnecke zu Schnecke unterschiedlich, zeigen Schnecken folgende Verhaltensweisen:
– Tagelange Ruhepausen
– Sie bilden einen Kalkdeckel- dann schlafen sie oft für Wochen oder Monate!
– Weniger Gelege als sonst
– Verminderte Nahrungsaufnahme
– Allgemein Verminderte Aktivität

Wie lange dauert die Trockenruhe?

Hier eine Liste von ein paar Arten und ihrer Trockenruhe-Dauern:

A. fulica: Häufig gar keine Trockenruhe, jedoch verminderte Aktivität und tagelange Ruhepausen
A. Achatina: ca. 6-10 Wochen
A. immaculata: Die Schnecken mit der längsten Trockenruhe! 2-5 Monate
A. reticulata: 4-10 Wochen
Arch. marginata- Komplex: 5-10 Wochen, oder gar nicht

Wie verhalte ich mich als Halter während der Trockenruhe?
Schnecken gehen ohne eine Änderung der Bedingungen im Terra in die Trockenruhe. Das passiert automatisch.
Während der Trockenruhe sollte man weiter normal Sprühen, auch etwas Futter (Tipp: Herbstlaub!
gehört ins Becken. Auch aufwachen tun die Tiere selbstständig.
Wenn im Terra sowohl schlafende als auch Wache Tiere sind, legt man die Schlafenden einfach in eine Ecke. So werden sie nicht ständig von den Wachen untergraben und beschleimt, und man kann ohne die Dornröschen zu stören, nach Eiern suchen.

Kleines Genetik-Einmaleins

Bei vielen Achatschneckenarten gibt es sogenannte Albinos, also Tiere, die entweder keine oder nicht genug Farbpigmente produzieren.
Bei Schnecken ist das Interessante, das Das Gen für Körperalbinismus (also hat die Schnecke einen weißen Körper) getrennt von dem für Hausalbinismus (da hat die Schnecke ein gelbliches Haus) vererbt wird. Die beiden Gene können auch Zusammentreffen, es kommt dann zu Vollalbinismus, also haben die Tiere ein gelbliches Haus und einen weißen Körper.

Bei Achatina fulica haben die Albino-Varianten eigene Namen erhalten.:

Haus und Körper gefärbt: A. fulica wildfarben
Haus gefärbt, Körper albinotisch: A. fulica „White Jade“
Haus albinotisch, Körper gefärbt: A. fulica rodatzi
Haus und Körper albinotisch: A. fulica „Vollalbino“

Grundsätzlich wird das Gen für Albinusmus immer rezessiv (=unterdrückt) vererbt. Das heißt, wenn ich eine Vollalbino mit einer reinerbigen (beide Eltern sind ebenfalls wildfarben) wildfarbenen Schnecke verpaare, kommt unter dem Nachwuchs nur ein Farbschlag vor: Wildfarbene.
Diese Wildfarbenen tragen jedoch das Gen für Albinismus in sich, sie sind mischerbig . Verpaart man zwei dieser Mischerbigen Tiere, erhält man im Gelege 25% wie auch immer geartete Albinos.
Diese Misch-Linien ziehen sich mittlerweile über Generationen, weil die Farbformen von A.fulica häufig zusammen in einem Terrarium gehalten werden.
Nun möchte ich hier mal ein paar mögliche Kreuzungsschemata vorstellen:

Ausgehend von reinerbigen Tieren

White Jade= WJ
Vollalbino= VA
rodatzi= RO
wildfarben= WiFab

WiFab x WiFab= WiFab reinerbig
WiFab x WJ= WiFab mischerbig auf Albinokörper
WiFab x VA.= WiFab mischerbig auf Albinokörper und -Haus
WiFab x RO= WiFab mischerbig auf Albinohaus
RO x RO= RO reinerbig
RO x VA.= RO mischerbig auf Albinokörper
RO x WJ= WiFab mischerbig auf Albinokorper und -Haus
VA. x VA.= VA. reinerbig
VA. x WJ= WJ mischerbig auf Albinohaus
WJ x WJ= WJ reinerbig

Soweit der einfache
Teil. Denn in dem obenstehende Kreuzungsschema bin ich von komplett reinerbigen Tieren ausgegangen, und die sind mittlerweile selten.

Für Mischerbigen Tiere gilt
Bei einem Gelege zweier Mischerbiger Tiere kommen stets etwa 25 % Albinoformen vor.
Welche Albinoformen das sind, hängt von den Eltern ab: Bei einem Gelege zweier WiFabs, deren Elter eine reinerbige WJ und eine reinerbige WiFab war, sind die beiden Mischerbig auf Albinokörper, nicht auf Albinohaus. Denn das Elterntiere hatte ja kein Albinohaus. Also können an Albinoformen in diesem Gelege nur WJ auftauchen, und davon dann 25 %.
Bei einem Gelege einer Mischerbigen RO, die auf Albinokörper mischerbig ist, und einer WJ, die auf Albinohaus mischerbig ist, kann alles rauskommen, denn es sind ja die Anlagen für alles doppelt vorhanden. Einmal das Gen für Albinokörper, dass sich offensichtlich in der WJ und unterdrückt in der RO befindet, und das Gen für Albinohaus, dass sich sichtbar in der RO befindet und unterdrückt in der WJ.
Das bedeutet, ihr erhaltet in dem Gelege 25% VA., 25% WJ, 25% RO und 25% WiFabs.

Verpaart man ein Mischerbigen mit einem reinerbigen Tier, kommen stets nur Tiere der Farbform des reinerbigen Tieres raus. Jedoch sind dann 50% des Geleges mischerbig.
.

Auf diese weise kann man sich die Wahrschanlichkeiten der Einzelnen Farbformen in den Gelegen von A. fulicas ausrechnen.

Meine Substratempfehlung

Meine Substratempfehlung ist ein Gemisch aus 75% Walderde, 25% Kokoshumus und ein paar Händen voll Herbstlaub. In diese Mischung können sich die Tiere gut vergraben, sie knabbern auch gerne am Laub und wenn sie das SUbstrat fressen, können sie daraus auch Mineralstoffe ziehen. Reiner Kokoshumus ist sicherlich kein Teufelszeug, aber er hat gegenüber dem Walderde-Gemisch den Nachteil, dass er absolut „tot“ und völlig ohne wertvolle Inhaltsstoffe ist. Wenn die Schnecken Kokoshumus fressen, können sie keinen Nutzen daraus ziehen. Das Walderde-Gemisch, vor allem das darin enthaltene Laub, ist jedoch ein willkommener „between-meal-snack“, und wenn einer Schnecke das heutige Menu überhaupt nicht zusagt, muss sie bei einem Walderde-Gemisch auch nicht auf Nahrung verzichten, sondern kann das am Laub knabbern, oder direkt die Walderde fressen. 🙂

 

Tipp: 

http://www.ebay.de/itm/24-KOKOSBLOCK-KOKOSHUMUS-KOKOSZIEGEL-QUELLERDE-COCOHUM-/180573266801

Der Preis von 1Euro pro Ziegel ist nur ein viertel von dem Preis in der Zoohandlung, und die Ziegel sind viel Besser!